Jagdliches Brauchtum
Jagdpraxis
 
                                              

      

            

     Auch heute wird

     noch oft mit den

     alten Worten der

    junge Jäger in die 

    Gemeinschaft auf-

    genommen.

  

         Jägerschlag   


 
 
Jagdliches Brauchtum                       

 

             Des Weidmanns Ursprung liegt entfernt,

                      dem Paradise nah,

                da war kein Kaufmann, kein Soldat,

              kein Arzt,kein Pfaff, kein Advokat,

                     doch Jäger waren da .

                                                                                                                         (Bunsen)

Das jagdliche Brauchtum ist so alt wie die Jagd selber. Das wesentliche des Brauchtums ist

das Gemeinschaftliche. Damit ist nicht gesagt, dass auch eine Einzelperson den Brauch ausüben könnte - aber immer ist damit das Bewußtsein verbunden, dass  tausend andere Menschen in gleicher Lage dasselbe tun.                                                                               

Jagd ist Passion und Leidenschaft, und die Bedeutung des Brauchtums ist daher für eine ordnungsgemäße Ausübung der Jagd wichtig. Man stelle sich die Jagd, ohne die Jägersprache, ohne weidmännische Sitten und Gebräuche und ohne Jagdsignale und das ganze Drum und Dran vor, und die Jagd verkommt zum Schießsport und kann damit nicht mehr den Anspruch erheben  "edles Weidwerk" zu heißen.                                                                               

Die Achtung vor altem Jägerbrauch und Jägersitte, verlangt Einordnung und Disziplin. Die Jagd darf

nicht nach eigensüchtigen Motiven ausgeübt werden. Das Wild ist Allgemeingut, der Jäger hat die hohe Verantwortung, diese Gut  in seiner Art  der Allgemeinheit zu erhalten und zu pflegen.

Er muss dort schonen, wo  die allgemeinen Jagdbelange es erfordern und dort mindern, wo Interessen

der Land-und Forstwirtschaft für die Allgemeinheit wichtiger sind.

Nur der darf  Verwalter dieses anvertrauten Gutes sein, der sich dieser Aufgaben wert zeigt. Ziel und Zweck der Jagd ist es nicht mehr allein die Befriedigung einer Leidenschaft oder das Genießen eines Ver-gnügens, sondern das verantwortungsvolle Bewußtsein, für die Zukunft Wild und Jagd als wertvolle Volksgüter zu erhalten.

In dem Ausdruck " Das ist unweidmännisch" , d.h. das ist unter anständigen Jägern nicht Sitte, drückt die Bedeutung des Brauchtums für die Jagd aus.

Aus diesem Grunde ist es notwendig das Brauchtum wachzuhalten, die Achtung vor dem Wild zu bewahren und sittlich und moralisch, insbesondere sich weidgerecht zu verhalten.

"Unsere Aufgabe ist es, das Brauchtum zu hegen, zu achten, weiterzuentwickeln und in die nächste

Generation weiterzutragen" (E. Spindler).

Die Jagdethik ist die Bezeichnung für das sittliche Wollen und Handeln in Normen und Regeln bei der Jagdausübung  unter Zugrundelegung der Verantwortung und Verpflichtung gegenüber dem Wild.

Zur Jagdethik gehört auch die Weidgerechtigkeit oder vielleicht auch- Jagdethik ist Weidgerechtigkeit.

 

              Jage stets im gutem Maß, in                    Ehrlich und voll Wissbegier,

           Achtung vor der Kreatur,                           Tierschutzgerecht zu jederZeit

           Gewissenhaft, wie Du`s gelernt,              Hilfreich stets Natur und Tier,

           Den Jagdhund in der Spur.                        In Gesetz und Recht geweiht,

                                                                                  Keiner wirds verleiden Dir!

                                                                                                        (Ulf-Peter Schwarz)

Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemeinen anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten (BJG §1 Absatz 3).

Als Weidgerechtigkeit definiert die Rechtswissenschaft alle geschriebenen und ungeschriebenen Verhaltensnormen, die allgemeiner Auffassung, dem Jagdgebrauch entsprechen.

Zehn Gebote zur Jagdethik

1   Die Achtung vor der Kreatur ist höchstes Gebot, ihr ordnet sich alles Handeln unter!  

2   Nutze Deine Überlegenheit gegenüber dem Tier nicht aus und lasse ihm stets eine    

      Chance.

3   Schule dein Wissen über Wild und Wald, Recht und Gesetz und handle stets danach.

4   Führe einen Jagdhund als treuen hilfreichen Begleiter an Deiner Seite.

5   In Notzeiten gilt "Hahn in Ruh", dann hilf dem Wild, sei Schützer, Retter, Heger.

6   Jagdruhe und Jagdzeit in maßvollem Verhältnis erhalten das Wild und Dir die Jagd.

7   Pflege den Brauch und handle nach jagdlicher Sitte, wie es die Zeit gebietet.

8   Vermeide unnötiges Leiden des Tieres und ehre das erlegte Tier würdevoll durch  

      Wort und Tat.

9    Dein Jagdnachbar sollte Dein Bundesgenosse sein.

10 Jage stets so, als stünde Dein Gewissen leibhaftig neben Dir, und werte Deine    

      Weidgerechtigkeit mit Lob und Tadel.

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